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NIKOLAUS  2018

 

Von drüben von der Schule komm ich her,

ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.

Auch erkläre ich unumwunden,

ich hätte den Eingang fast nicht gefunden,

doch ich lass mich nicht beirren,

jed´s Jahr wird der Weg mich zu euch führen,

um euch in ein paar schnellen Zeilen

Freude und Ärger mitzuteilen.

 

Ach ja, der Umbau ist schon ein großes Ding,

viel Geld steckt in diesem Vorhaben drin,

um das ganze Haus wunderschön zu gestalten

- es bleibt wohl nur die Fassade beim Alten.

Für Euch bedeutet´s, vorerst in Klassenzimmern zu verweilen,

auch wenn die Arbeiter sich mit dem Umbau beeilen.

In diesem Zusammenhang sei ja auch mal erwähnt,

dass außer dem Chef niemand den Zusatzaufwand kennt,

alles im richtigen Maß zu jonglieren,

den Alltag trotzdem perfekt zu organisieren.

 

Drum heiß ich vorab die Schulleitungen erst noch herzlich willkommen,

Sie haben sich mit Ihren Vertretungen und Mitarbeitern Zeit genommen,

darüber freue ich mich sehr,

ich weiß, bei Ihrem Terminkalender ist das schwer.

Zeit ist bei Ihnen Mangelware,

Sie bräuchten Batterien, und zwar aufladbare.

Denn ständig will irgendjemand irgendetwas von Ihnen,

einen großen Dank für ihre Arbeit Sie mal verdienen!

Genießen Sie deshalb den „arbeitsfreien“ Augenblick

und lehnen Sie sich einfach mal zurück.

 

 

Lasst uns auch einen Moment an Eure Gruppenleitungen denken,

die das tägliche Geschick eurer Gruppen lenken.

Täglich geben Sie für euch ihr Bestes,

wer etwas Ahnung hat, der schätzt es.

Sie rennen täglich vom Speisesaal zur Villa, in die Schule und in die Bibliothek,

jeden Tag ein kilometerlanger Weg.

Sie eilen mit Ordnern, Kaffeetassen und was sonst noch so muss mit -

Na ja, man behauptet ja, Bewegung halte fit.

Schrittzähler brauchen sie wahrlich nicht,

eher Strickjacken und Handwärmer aus meiner Sicht.

Denn der Baustrom gibt momentan nicht mehr Wärme her,

wer schnell friert, der hat es schwer,

wie auch jeder, der nicht flexibel sein kann,

welch Glück, dies Jahr sind alle Betreuerinnen spontan

und packen Baustellenmalheurs, Stromausfälle und defekte Spülmaschinen,

versuchen, das Beste aus jeder Situation zu gewinnen

und den Alltag im Schulhaus und in der Villa zu organisieren,

Beschwerden wo auch immer auszumanövrieren

Und Freizeit und Lernzeit halbwegs normal aufrechtzuerhalten –

mein größter Respekt für Ihr Gestalten.

Das alles unter einen Hut zu bringen,

würd´ nicht jedermann gelingen.

Sommerfest, Gruppenbild, Adventskranzbinden, diese Feier, was man spielen und basteln kann,

keine Sorge, es steht felsenfest das ganze Programm.

Ein Lob und Dank für Sie alle miteinand‘

Was jeder leistet, ist nur wenigen bekannt.

 

 

Nun zu euch, ihr Tagesheimmädels, eure Schar ist wieder recht groß,

und das trotz Umbau, das ist schon famos.

So, ihr lieben Schülerinnen,

wollen wir bei euch mit dem Essen vielleicht beginnen?

Es gibt doch tatsächlich Kandidaten,

die wären wirklich gut beraten,

auch Suppe und Beilage zu probieren,

statt auf doppelte Nachspeise zu spekulieren.

Auch landet manches im Schweineeimer,

ich wünschte, der Inhalt wäre etwas kleiner.

Auch wenn es ganz vielen sicher schmeckt,

das Essen ab und zu Unmut weckt.

Mich wundert die Meckerei, das scheint bei manchen üblich,

habt euch nicht so, Lehrern und Bauarbeitern schmeckt´s auch vorzüglich.

Ah – noch eine Kleinigkeit zum Speisesaal bzw. dessen Türen:

Wusstet Ihr, dass offene Türen zu stetem Wärmeverlust führen?

Zieht sie einfach hinter euch zu,

dann wird´s wärmer drin im Nu.

Und vergesst nicht eure Sachen aus dem Nebenraum,

was da alles liegenbleibt, man glaubt es kaum.

 

Habt ihr auf dem Rückweg Container und Baustelle hinter euch gelassen,

springt ihr mir zu schnell auf die zu überquerenden Straßen.

Schau rechts, schau links, das kennt ihr doch schon vom Kindergarten,

da kann man auch mal ganz kurz warten,

wenn rasende Radler um die Ecke schießen

und scheinbar freie Fahrt genießen.

 

 

Dann geht’s ab in die freie Zeit,

was euch bringt Freud´, bringt andern Leid,

denn leider vergesst ihr allzu gern,

dass zu laute Spiele manchmal stör’n.

Denn es ist ganz einfach und schlicht:

Wenn ihr tobt, haben andre noch Unterricht,

oder müssen sich konzentrieren in Büros –

denkt auch an sie, seid nicht ganz so arglos.

Bremst euch vielleicht ein wenig ein,

lustig kann´s auch leiser sein.

 

Übrigens sind Jacken und Mützen bei Minusgraden ein Muss,

sonst werdet ihr krank, und das gibt Verdruss.

Schaut mich an, stets hol ich Mantel und Mütze aus dem Schrank,

und ich schwör‘, ich war noch niemals krank.

 

An Geräten draußen – bringen wir´s auf einen Nenner,

sind Einräder, Hula-Hup-Reifen und das Skateboard der Renner.

Hier appelliere ich an euren Gerechtigkeitssinn,

jeder will mal, reservieren ist nicht drin.

Und bitte, bei Platt´n und abfallenden Pedalen gibt man Bescheid,

auch Aufräumen darf man die Dinger jederzeit,

denn wer will es wohl bestreiten,

dass die Einräder dann länger viel Freude bereiten.

So manchem, der sich täglich auf´s Rad geschwungen,

ist es nach harter Übung mittlerweile gelungen,

Runden um den herrlichen Schulhof zu drehen –

alle Achtung, das werdet ihr bei mir nie sehen.

 

Auch sehr beliebt ist „königsfrei“,

klar, entfleucht da mancher Schrei,

manch einer springt auch mal lustig über die Absperrdrähte –

bitte sucht euch andre Fitnessgeräte.

Die Rosen werden es euch danken, die Hausmeister dazu,

und die Betreuer geben Ruh‘.

 

 

Manch Schülerin begibt sich in der Freizeit zur Bibliothek oder zum

Pausenverkauf –

hattet ihr nicht genug auf dem Teller drauf?

Wie dem auch sei, gebt Betreuern Bescheid,

das spart das Suchen und auch viel Zeit.

Manche verbringen auch die Pause in dem Raum vor dem Büro:

Hier gilt das Gleiche wie anderswo:

Aufräumen dürft ihr, was ich durcheinandergebracht habt, immer,

ganz egal, in welchem Zimmer,

und die Sofas sind übrigens keine Turngeräte, die Bären kein Wurfgeschoss,

schmunzelnd frag ich mich, was denkt ihr euch bloß,

auch das Klavier ist nicht da, um die Tasten zu malträtieren,

sondern um Lieder drauf zu spielen…

Nach der Pause ist Lernzeit im Klassenzimmer,

eine Freude ist das auch nicht immer.

Manchmal liegt der Müll der Vorgänger noch rum,

manchmal findet eine Klasse eure Deko dumm.

Haltet durch, in nicht mal einem Jahr

ist es wieder so, wie´s früher war.

 

Die Lernzeit, sie beginnt dann tatsächlich um drei,

Gänge zum Spind und zum Kiosk sind dann vorbei,

ebenso die Bastelaktionen,

die sich für manche richtig lohnen:

Häkeln, Adventskalender und Weihnachtskarten,

vieles aus verschied´nen Sparten.

Dass den Betreuern und euch immer wieder was fällt ein –

da schau ich nur bewundernd drein.

 

Jedenfalls, um drei heißt es, sich konzentrieren,

in eineinhalb Stunden die Hausaufgaben zu Ende führen.

Doch was musste ich schon erblicken:

Das Sitzenbleiben will manchen einfach gar nicht glücken,

Papierflieger werden bisweilen erprobt,

ja klar, dafür wird man nicht grade gelobt.

Kunstvolle Flechtfrisuren entstehen,

and´re müssen nach Jacken im Schulhof sehen.

Es werden neue Maltechniken ausprobiert

und Handychats zu Ende geführt.

Einiges wird überflüssigerweise kommentiert

- könnt ihr erahnen, dass sowas stört?

Also bitte, meine Herrschaften, etwas mehr Disziplin,

das ist in eurem Alter drin.

 

 

Was die Lernzeit betrifft, will ich aber auch nicht nur unken,

viele sind in ihren Lernstoff versunken.

Zudem seid ihr fast alle höflich, liebenswert und korrekt,

und zeigt, dass gute Erziehung in euch steckt.

Auf viele können sich eure Betreuer durchaus verlassen,

sie schätzen dies über alle Maßen.

Von euch Schülerinnen mögen auch viele ihr Tagesheim,

die meisten gehen täglich mit Freude rein.

Das merkt man, und deshalb bin ich auch hier,

der Besuch bei euch ist stets eine Freude mir.

 

Die Kleinigkeiten, die mich stören,

konntet ihr von mir schon hören,

das Positive aber auch,

und deshalb gibt es nun den Brauch,

euch eine Erinnerung an heute dazulassen,

bevor ich zieh durch weit´re Straßen.

 

Ich wünsche euch ein gutes Jahr,

das noch besser wird als das, das war.

Genießt die schöne Weihnachtszeit,

habt weiter Spaß und recht viel Freud.

 

So, jetzt muss ich aber wirklich geh´n,

behüt euch Gott, auf Wiederseh´n!