Compassion-Projekt 2019

Das Sozialpraktikum der 10. Klassen fand dieses Jahr im Zeitraum des 28.01. bis 08.02.2019 unter der Leitung von Herrn Dicknether statt.

In diesen zwei Wochen waren die Schülerinnen in verschiedenen, von ihnen ausgewählten Einrichtungen unter dem zentralen Begriff „Compassion“ (engl. Mit-Leidenschaft, Mitgefühl) tätig. 


Unteranderem engagierten sie sich in Integrativ-Kindergärten und Grundschulen, Kranken-häusern, Blindenschulen sowie Altenheimen und Psychiatrien, wo ihnen nicht nur Einblick in den Arbeitsalltag gewährt, sondern auch viele spannende Erfahrungen gesammelt wurden. Diese teilten die Schülerinnen sowohl untereinander als auch mit ihren Lehrkräften am Montagabend (04.02.) bei einem Wiedersehen in der Schule, bei dem sie sich auch gegen-seitig Ratschläge erteilen konnten. Manche Schülerinnen wurden sogar vor Ort von Lehrkräf-ten besucht, die sich so ebenfalls einen Einblick in die sozialen Berufe verschaffen konnten.


Das Projekt wurde am 11.02. durch eine Rekapitulation des Erlebten innerhalb der Klassen mit anschließendem Gottesdienst in der Institutskirche abgeschlossen. Dabei wurden von den Schülerinnen verfasste Texte vorgelesen, die im Zusammenhang mit den Begriffen Mauer, Tür und Brücke geschrieben wurden.

Es gibt eine Mauer, die mich von den Schülern der Klasse 1A trennt. Ich kann nicht sehen, was auf ihrer Seite passiert, wo sie vor und nach der Schule hingehen. Manchmal kann ich kurz auf die andere Seite blicken, wenn die Kinder mir etwas erzählen. Und es öffnet sich eine Tür, die mir zeigt, dass sie kein Pausenbrot dabei haben, weil ihnen das Essen im Heim nicht schmeckt oder dass sie Schwierigkeiten haben ihre Mitschüler zu verstehen, weil Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Manche Fragen bleiben auch ungeklärt, zum Beispiel warum eine Mutter so gestresst ist, dass sie vergisst, dass ihr Kind mittwochs länger im Hort bleibt. Die Mauer trennt mich von den Kindern und hindert mich daran zu verstehen, warum sie ihre Hausaufgaben nicht machen, und macht es mir schwer ihnen zu erklären, warum die Schule so wichtig ist. Vermutlich werde ich diese Mauer nie ganz überwinden können, dafür sind unsere Leben zu unterschiedlich. Aber ich habe gemerkt, dass mir in den zwei Wochen immer mehr Türen geöffnet wurden.


Insgesamt verbinden die meisten das Projekt mit positiven Erinnerungen, die durch Kurz¬refe-ra¬te noch einmal zur Sprache kamen, und obwohl sich vielleicht nicht alle vorstellen können, später in einem sozialen Beruf tätig zu sein, haben die Schülerinnen jetzt eine bessere Vor-stellung von dem, was die Menschen dort täglich leisten müssen, und gelernt, dass man viel Ausdauer und Geduld braucht, um sich im Sinne des „Compassion“ zu engagieren.

Martha und Paula, G 10d