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Veranstaltung der Fachschaft Geschichte am 25.01.2018:
Lesung der Autobiographie von SOLLY GANOR "DAS ANDERE LEBEN"

Gelesen und moderiert von THOMAS DARCHINGER, Schauspieler.
Musikalische Begleitung durch WOLFGANG LACKERSCHMID.

„Am 25.01.2018 hatten sowohl wir, die Schülerinnen der 9. Klassen, als auch die Schülerinnen der 11. Klassen die Möglichkeit, einer lebendigen Vorlesung des erfolgreichen Schauspielers und Synchronsprechers Thomas Darchinger zu lauschen. Untermalt wurde sein mitnehmender Vortrag von angenehmer Musik des Jazz-Künstlers Wolfgang Lackerschmid, welche die Geschichte noch realistischer werden ließ. Herr Darchinger nahm uns alle mit seiner lebhaften Stimme in die Zeit des 2.Weltkrieges mit und erzählte die mitreißende, autobiografische Geschichte von Solly Ganor, einem jüdischen Jungen, der mit seinem Vater, von seiner Familie getrennt, ins Dachauer Konzentrationslager untergebracht wurde und es nur mit viel Mühe und Glück schaffte zu entkommen und schließlich auch zu überleben. Besonders interessant war die Videonachricht vom heute älteren Solly, um welchen es in der Geschichte ging. In dieser erzählte er noch einmal kurz, wie es damals in so einem Konzentrationslager zuging. Seine Geschichte berührte uns alle sehr und bei der ein oder anderen Schülerin hat man auch Tränen in den Augen gesehen. Das Schicksal des jüdischem Jungen, der schon in solch jungen Jahren so viel Leid erleben musste, hat uns Schülerinnen vollkommen in ihren Bann gezogen und durch die ideale Vielfalt an passenden Stimmlagen erzeugte Herr Darchinger eine nachdenkliche und leicht bedrückte Stimmung im Raum. Außerdem konnten wir durch seine anschauliche Erzählung uns alle Geschehnisse bildhaft vorstellen und auf diese Weise vollkommen mit dem kleinen Solly, der seiner Familie entrissen und zu Arbeit und Hunger verdonnert wurde, mitfühlen. Herr Darchinger wies uns zum Abschluss der Vorlesung noch einmal verstärkt darauf hin, bei Themen wie Politik besonders aufmerksam zu sein, da unsere Generation über die Zukunft entscheiden wird.“

Khatera Aram, G9b


Solly Ganor "Das andere Leben":

Solly ist 13 Jahre alt, als die deutschen Truppen im Sommer 1941 in seine Heimatstadt Kaunas (Litauen) einfallen. Von einem Tag auf den anderen ist die Kindheit des jüdischen Jungen zu Ende. Er wird mit seiner Familie ins Ghetto getrieben und muss zusehen, wie Freunde und Verwandte bei zahlreichen so genannten Aktionen der neuen Machthaber zur Vernichtung selektiert oder auf der Stelle ermordet werden.

Der Junge lernt zu überleben und ist schon hundertmal gestorben, ehe er nach der Auflösung des Ghettos im Sommer 1944 zunächst ins Lager Stutthof (bei Danzig) und von dort in ein Außenlager des KZ Dachau deportiert wird. Inmitten einer bayerischen Bilderbuchlandschaft, im Lager X (Utting am Ammersee), erfährt Solly am eigenen Leibe, was Nationalsozialisten unter „Vernichtung durch Arbeit“ verstehen.

Vor den anrückenden Alliierten wird er mit den wenigen noch lebenden Häftlingen auf einem der berüchtigten Todesmärsche in Richtung Alpen getrieben und unterwegs von amerikanischen Soldaten befreit. Es ist die Geschichte eines gejagten Jungen, der fünfzig Jahre lang im Überlebenden Solly Ganor geschwiegen hat und der sich nun mit aller Kraft zu Wort meldet: die Stimme aus einem anderen Leben.

Die Geschichte eines jüdischen Jugendlichen im Deutschland des III. Reiches. Als klare Botschaft für eine Welt der Menschlichkeit und des Miteinanders.